Schilksee-ArchivPieper-Wöhlk präsentiert:


Wismarer Triebwagen 1940er Jahre - Linie 1 Kanal - Schulensee
Diese Wagen kamen 1939/40 zusammen mit gleichartigen Beiwagen aus Uerdingen nach Kiel

Veröffentlichungen zum Thema Kieler Straßenbahn



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Kieler Straßenbahn   -  Wann kommt sie wieder?       >>>>>>>   Offizielles Material der Stadt Kiel über Stadt Regional Bahn

Fast überall hat die Straßenbahn - meist als Stadtbahn - eine Renaissance zu verzeichnen. 
Nur nicht in Kiel!  Jedenfalls noch nicht, denn es scheint sich ja etwas zu bewegen!  Klicken Sie doch mal bei der FSK!

Was meinen Sie, wieviele Städte wieder Straßenbahn bzw. Stadtbahn eingeführt haben seit 1978? Info Pro Bahn

Busse weisen im Gegensatz zu Stadtbahn und PKW  die Gesamtheit der Nachteile aller anderen Verkehrmittel auf! Der Busverkehr ist somit ein wichtiger Faktor in Richtung auf totalen Individualverkehr und daher alles andere als umweltfreundlich! Es gibt auch inzwischen einen allgemeinen Konsens darüber, daß das Abschaffen der Straßenbahn ein gravierender Fehler war! Dies geben sogar Bus-Fetischisten unter den Kommunalpolitikern offen zu.
 

Zu Beginn dieser Seite aber erst einmal eine Information darüber, was Kiel mit der Straßenbahn verloren hat!
Info über Straßenbahn-Bücher für Kiel und Schleswig-Holstein bitte hier klicken!
 
 
 
Chronik der Kieler Straßenbahn 1881 bis 1984
[ausführliche Darstellung der Chronik]   [Bilderbogen Kieler Straßenbahn]
 
1881   Kieler Pferdebahn

             1100 mm Spurweite (wie Braunschweig bis heute sowie Lübeck bis 1960)

um 1885: Pferdebahn auf dem Alten Markt


1885   Elektrifizierung durch die "Allgemeine Lokal- und Straßenbahn  Gesellschaft Berlin"

             600 Volt Gleichspannung, 3 Linien, 20 km Netz

in den 30er Jahren

1915   1. Ausbau

             2-gleisiges Netz, 8 Linien, 40 km Gleise, 122 Trieb- und 29 Beiwagen

Straßenbahnen in der Fleethörn, 1930er Jahre
1937  Bildung der Kieler Verkehrs AG

            vormals: Hafenrundfahrt AG, 2002 ersetzt durch  die Kieler Verkehrs Gesellschaft (KVG)

Keimzelle der KVAG: die 1905 gegründete Hafenrundfahrt A.G.
1941 O-Bus als Straßenbahn-Ersatz

          Hbf. bis Kleinbahnhof, Kroog, Reichenberger Allee, Toweddern (bis 1960/63/64)
 

O-Bus-Haltstelle in Elmschenhagen 1950er Jahre

Linie T (Hbf./ZOB - Elmschenhagen/Toweddern),
                                                                   1960er Jahre

1942  Straßenbahn zur KVAG

           vorher: ALOKA (Allgemeine Lokalbahn und Kraftwerke AG)
 

Ausschnit Ansichtkarte 1950er Jahre: Linie 4 auf der Brücke über den Kleinen Kiel:
beide Brücke wie Strab Linie 4 existieren nicht mehr
1953/4   Einmannwagen bei der Straßenbahn: KVAG-Eigenbauten (zweiachsige TW)

           erste Einmann-Triebwagen in Deutschland

1957/8   Vierachsige Großraumwagen (Düwag)

 
Großraum-Vierachser am Stresemann-Platz Ende
                                                                          1950er Jahre
Großraum-TW: Linie 1 am Schloßgarten (Conti-Hansa-Hotel)

Einer dieser Wagen befindet sich imMuseum am Schönberger Strand
 
1960/61  Sechsachsige Großraumwagen (Düwag)  (siehe Hintergrund!)

Großraum-Sechsachser am Berliner Platz,
                                                                                       1970er Jahre, mit Uerdinger Beiwagen
Hiervon ist einer im Museum erhalten
 
1963 Zusammenlegung der Linien 2 und 7 zur Linie 2: Neue Universität bis Hasseldieksdamm

Bild Linie 7 siehe oben

     Liniennetz 1963
 
1965 Einstellung der  Straßenbahnlinie 3:  Bf. Kiel-Hassee bis Eichhof

 
1967 Einstellung der  Straßenbahnlinie 1:  Wik, Herthastraße bis Schulensee

Linie 4, Haltstelle Dreiecksplatz, Düwag-4-Achser in Doppeltraktion, ca. 1967
 
1969 Einstellung der  Straßenbahnlinie 2

 
1985 Einstellung der letzten Straßenbahnlinie 4: Wik, Fähre Holtenau bis Wellingdorf

          Auch die "4" fährt nicht mehr!



 
Der Abschied von der Kieler Straßenbahn kann und darf kein Abschied für immer sein!

Ein Blick über die Kieler Stadtgrenze und über die Grenze Schleswig-Holsteins zeigt:    siehe Links

Der moderne ÖPNV ist schienengebunden, ist die moderne Form der Straßenbahn: die Stadtbahn
Nur sie ist mit Anknüpfung an die Region ist eine ernst  zu nehmende Alternative zum Auto!

Bei einer Untersuchung an über 50 Städten Deutschlands zeigte sich, daß die überwiegende Mehrheit der betreffenden Städte  eine Straßenbahn/Stadtbahn haben, sie ausbauen  oder  Ausbau bzw. Neubau planen.

Beispiele für intensiven Ausbau von Straßenbahn/Stadtbahn-Netzen sind Karlsruhe und Freiburg zu nennen. Ein Beispiel für Neubau einer Stadtbahn, nachdem die Straßenbahn vor Jahren abgeschafft wurde, ist Saarbrücken.
Auch Braunschweig mit der unmöglichen Spurweite von 1100 mm (wie Kiel und Lübeck) baut auf die Schiene. Mit Dreischienengleisen wird eine regionale Stadtbahn in den klassischen Straßenbahnverkehr integriert, wird mittel- bis langfristig auf Regelspur 1435 mm umgestellt!

Die Stadt Kiel gehört zu den wenigen größeren Städten, die abseits stehen. Hier setzt man weiter auf den schlechten Kompromiß  eines reinen Busnetztes ohne ein Grundnetz aus schnellen Linien, die nur schienengebunden realisierbar sind! Kein Wunder: der Erfolg des 1998 gegründeten halbherzigen Verkehrverbundes bleibt weit hinter den Erwartungen zurück!

Niemand ist gegen Fehler gesichert, schlimm ist aber, halsstarrig an gemachten Fehlern festzuhalten. Schon 1985 und dann rund 10 Jahre später haben Kieler Kommunalpolitiker erkannt, daß das Abschaffen der Straßenbahn ein Fehler war. Dann versäumte man die neue Prinz-Heinrich-Brücke über den Kanal zwischen der Wik und Holtenau wie auch die Olympiabrücke und die Schwentine-Brücke mit Schienen zu versehen. Kurz nach dem Abschaffen der Straßenbahn hätte man noch reichlich Bundesmittel nutzen können, um ein neues schiengebundenes ÖPNV-System aufzubauen. Weiterhin sind diverse Straßen für teures Geld voll auf den Autoverkehr zugeschnitten umgebaut worden. Inzwischen sind Busspuren, die Gleise der Straßenbahnb auf eigenem Körper ersetzt hatten, wieder abgeschafft worden. Die Devise in Kiel heißt also: Alles für den Individualverkehr! Bis auf einen bescheidenen Schienen-Vorortverkehr nach Gettorf, Preetz und Bordesholm einschließlich der Verbindung zwischen Kiel-Hauptbahnhof und Kiel-Suchsdorf müssen auschließlich Busse den Verkehr des gesamten Verkehrsverbundes in der Region Kiel tragen. Doch der Busverkehr ist nicht attraktiv und leistungsfähig genug, um die Menschen effektiv vom Auto wegzulocken!


echte Schnellbusse: das gab es auch einmal in Kiel!


Das sind die Probleme des ÖPNV in Kiel und Umgebung:

Die Busse des VRK
- sind teuer
- sind langsam (während man im PKW immer besser vorankommt!)
- kommen häufig verspätet
- fahren vielfach unattraktive Umwege
- haben ein verwirrendes unübersichtliches Liniennetz
- schaffen es i.a. nicht, wichtige Anschlüsse einzuhalten
- sind i.a. ungeeignet für Theater, Konzert- und Sportveranstaltungsbesucher

Die Haltestellen
- sind vielfach ungepflegt
- haben wenig gute Informationen
- sind nicht selten ohne gültigen Fahrplan

Das Fahrscheinsystem ist veraltet und gerade für Familien unattraktiv.
Nicht alle Stadtteile Kiel gehören zu gleichen Zone 10. Zwischen den meisten Stadtteilen kann man für einen
2-Zonen-Fahrscheinen fahren, aber nicht zwischen allen. Das ist ungerecht!
Im Umland sind viele Fahrten billiger geworden durch den VRK, in Kiel teurer.
Es fehlen vor allem: Fahrkartenautomaten an wichtigen Haltestellen und in den Fahrzeugen  der Hauptlinien.

Der Tarif ist teilweise schwer einsichtig.
Die Schiffahrt für die nördlichen Stadtteile und Umlandgemeinden Kiels ist zu teuer.
 

Darum sind zunächst einmal kurzfristige Maßnahmen erforderlich:

- Bessere und saubere Haltestellen überall
- Fahrkartenautomaten
- bessere Informationen
- schnellere Linienführungen
- kürzere Fahrzeiten
- funktionierende Anschlüsse
- Umsteigenstellen mit funktionierenden Anschlüssen nicht nur am Hauptbahnhof

Langfristig kann es nur ein Ziel geben:
Umstellung auf Stadtbahn zwischen folgenden Stadtteilen bzw. Vororten:

- Molfsee/Flintbek - Strande
- Mettenhof - Laboe
- Gettorf - Raisdorf
- Hauptbahnhof - Schönberg

Kiel als Klimaschutzstadt ohne attrakriven OEPNV kann doch nicht erst gemeint sein!



 
Kieler Straßenbahn im Museum                      siehe Links

Wer  einmal wieder in einem original Kieler Straßenbahnwagen sitzen möchte, muß zum Museum am Schönberger Strand fahren. Hier befinden sich mehrere ehemalige Kieler Trieb- bzw. Beiwagen, zum Teil  ursprünglich aus Lübeck. Die Anlage verfügt über eine Straßenbahnstrecke mit einem 3-Schienengleis mit Regelspur (1435 mm), auf der u.a. Fahrzeuge aus Hamburg und Hannover fahren können, sowie Kieler Spurweite (1100 mm).


Triebwagen im Schönberger Museum
     (vorher Arbeitswagen 351 ex Tw 140 ex Tw 103, 1906/07 Herbrand Köln)







    Kieler Triebwagen 196 (ex Lübeck) und Großraumwagen 241
 

Kieler Großraumwagen 241



Quellen:
Andreas Mausolf: Die Straßenbahn in Kiel
Bruno Bock: Geliebte, ungeliebte Kieler Straßenbahn
u.a.

 Fotos:
 Dieter Wöhlk (4)
 Sammlung Pieper-Wöhlk (2)


Links:

ausführliche Darstellung der Chronik der Kieler Straßenbahn
Bilderbogen Kieler Straßenbahn
Erinnerungen an die Strassenbahn in Kiel
Die letzten Tage der Kieler Straßenbahn
Freunde der Straßenbahn Kiel (FSK)
http://www.stefan-horst.com  über Kieler Straßenbahn u.a.
Fotos Kieler Straßenbahn 1 (Peter Bosbach)
Fotos Kieler Straßenbahn 2 ("Geliebte, ungeliebte Kieler Straßenbahn")
Fotos Kieler Straßenbahn 3
Pferdebahn, Straßenbahn und O-Bus in Kiel
Eisenbahn- und Busfotos von Lars Brüggemann
Das Straßenbahn-Archiv

Pro Bahn Fakten zur Straßenbahn
Light Rail Atlas
Stadtbahninitiative von pro bahn
ÖPNV Kiel-Schilksee

Flensburger Straßenbahn
ÖPNV Wuppertal
Linie D - Historischer Nahverkehr in Düsseldorf
Tram Online

Dieters Straßenbahn/Bus Seiten
Gerd Böhmers Homepage

Straßenbahnmuseum  bei Kopenhagen

Stadtteil-Seite Schilksee
Schilksee-Archiv
 

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Copyright und Erstellung: Pieper-Wöhlk, Kiel-Schilksee - www.Schilksee-Kiel.de                     Update 9/2006
 
 



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    Bruno Bock: Geliebte, ungeliebte Kieler Straßenbahn

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